Fotoübung: Reframing in der Meditativen Fotografie

Reframing in der MEditativen FotografieReframing ist ein Ausdruck, der in der Psychologie und in der Persönlichkeitsentwicklung oft verwendet wird. Reframing meint einen gedanklichen Perspektivenwechsel: man kann ein und denselben Sachverhalt in einen „anderen Rahmen“ setzen. Zu den bekanntesten Beispielen gehört wohl das halb volle oder das halb leere Glas.
In der derzeitigen Unsicherheit der Corona-Pandemie gewinnt dieser Aspekt eine besondere Bedeutung. Es macht nicht nur emotional, sondern auch in Bezug auf unsere Gesundheit einen großen Unterschied, ob wir uns von der Angst anstecken lassen, oder die vielen positiven Begleiterscheinungen in den Fokus nehmen.

 

Fotoübung: Gib dem Bild einen neuen Rahmen

Wir erleben ständig die beiden Seiten. Es ist ein Hin- und Hergerissen sein zwischen Unsicherheit und Angst auf der einen Seite und Vertrauen und Zuversicht auf der anderen. In der Aktion „Fotos gegen die Corona-Angst“ haben wir das Schöne, Hoffnungsvolle gezeigt.
Aber das andere ist eben auch da und lässt sich nicht einfach wegleugnen. Deshalb lade ich dich heute zu einer fotografischen Übung ein, die beides in den Fokus nimmt: das Negative und das Positive.

Die Übung besteht nun darin, dass du offen bist für Motive, auf denen beiden sichtbar ist: das Vergängliche, Abgestorbene und das neue Leben. Ein einfach Beispiel wäre ein abgestorbenes Blatt an einem Baum, neben dem eine neue Knospe austreibt. Wenn du ein solches Motiv gefunden hast, entscheide, worauf du den Fokus legen willst. Einzige Bedingung: beide Aspekte sollten auf dem Bild sichtbar sein. Die Gewichtung zeigst du mit der Gestaltung deines Fotos.

Schau dir dazu das folgende Video an, dort erkläre ich dir nochmal genau, worum es in dieser Übung geht.

Ein Hilfsmittel: der Cropfinder

Versuche es am besten vorher ohne Kamera. In einem eigenen Beitrag habe ich dir eine Methode vorgestellt, die dir helfen kann beim Finden eines neuen Rahmens für dein Foto. Den Cropfinder kannst du hier herunterladen.

Ich freue mich, wenn du dein Foto hochlädst und im Kommentar deine Gedanken mit anderen teilst!

Herzliche Grüße!
Dein Georg

 

 

9 Kommentare zu “Fotoübung: Reframing in der Meditativen Fotografie

  1. Inge Widmann

    Lieber Georg, Freunde der Meditativen Fotografie,

    dazwischen liegen Welten: verheißungsvolle Blüten – vertrocknete Früchte. Wo sehen wir uns? Schöne Erinnerungen, eine beglückende Gegenwart trotz einiger Probleme, Angst vor oder Zuversicht für die
    Zukunft?

    Herzliche Grüße Inge

  2. Gerhard

    … und neues Leben blüht aus den Ruinen ( (C) leider nicht von mir 😉 )…

    Dieser Satz ist mir durch den Kopf gegangen, wie ich den alten Baumstumpf mit dem frischen Trieb auf einem Fotospaziergang gesehen habe. Gottseidank hatte ich eine kleine Taschenlampe dabei, sodass ich die Beleuchtung setzen konnte (danke für den Tip, Georg!). Ich habe mit einem alten Objektiv und fast offener Blende fotografiert, so dass sich das frische Grün auch von der Schärfe her schon vom dunkel-düsteren Umfeld abhebt.

  3. Carmen Seidl

    Grüß dich, Georg,
    gerne schicke ich eine Aufnahme, die in den letzten Tagen in unserem Garten entstanden ist.
    Sie trägt den Titel: Gegensätze. An dem kleinen Ast, dessen Rinde mit Flechten überzogen ist und der wie abgestorben aussieht wächst neues Leben. Das hat mich einfach fasziniert.

  4. Peter Schrettenbrunner

    Hallo Georg, liebe Fotofreunde,

    es ist eine so wunderbare Sache, die du hier machst, die Alle hier machen, einfach prima!
    Zu meinem Bild, das erst vor Kurzem entstanden ist und das ich hier gerne beitragen will spare ich an Worten, nur soviel, die 8mm sind weit untertrieben 😉 … hier kann und wird sehr Großes daraus erwachsen!

    Herzlich
    Peter

    1. Georg Schraml

      Den Löwenzahn nicht als Unkraut, sondern als etwas Großartiges sehen – das ist doch mal eine wunderbare Perspektive! Lieben Dank, Peter!

  5. Jutta Gimmler

    Hallo Georg,
    das Bild habe ich gerade im Garten auf der ungemähten Wiese gemacht. Ich habe dabei den verwelkten Löwenzahn, also das Vergangene, bewusst in den Vordergrund gestellt. Warum? weil nur ein kleiner Windhauch die Blüten-Schirmchen (die Samen) vom Vergangenen in die Welt trägt und daraus erneut wundervolle gelbe Blüten enstehen. Somit steht der verblühte Löwenzahn gleichfalls für das Vergangene und für das neue Leben welches in hoffnungsvollen gelben Blüten im Hintergrund zu sehen ist.
    Liebe Grüße Jutta

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